Von sanften Brisen und rauen Stürmen -

Unser Weg zur Regenbogenfamilie...

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Was wird’s – Junge oder Mädchen?
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Wann springt das Ei?
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Samenbank vs. privater Spender
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Willkommen!

Was wird’s – Junge oder Mädchen?

Hach ja, die Chinesen… Mein heutiges Highlight ist aus der Rubrik „Sachen gibt’s“: der chinesische Empfängniskalender soll doch tatsächlich Auskunft über das Geschlecht des zukünftigen Kindes geben. Er wurde im 13. Jahrhundert von chinesischen Wissenschaftlern entwickelt, dabei beriefen sie sich auf statistische und astrologische Daten. In der chinesischen Medizin gilt der Kalender durchaus als zuverlässig. Auch eine amerikanischen Studie bescheinigte ihm eine Trefferquote von 85%. Nicht schlecht!

Ausschlaggebend sind angeblich zwei Faktoren:

  • Das Mondalter der werdenden Mutter
  • Der Monat, in dem das Kind gezeugt wird/wurde

Gerechnet wird nicht mit dem biologischen Alter der Frau, sondern mit dem Mondalter = das Alter plus 9 Monate. Also ab dem Zeitpunkt der eigenen Zeugung. Bei mir wären es aktuell 32 Jahre (31 Jahre und 5 Monate + 9 Monate). Sollte ich im Mai oder in den nächsten sechs Monaten schwanger werden, dann könnten wir theoretisch schon mal pinke Strampler schoppen gehen 😉

Wie viel Wahrheit in dem Kalender steckt, kann jeder selbst mal überprüfen mit den eigenen Kinder, sich selbst, Geschwistern, Freunden etc… Na, kommt es hin?

Sicherlich ist es für die meisten nicht wichtig, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird, aber ein verblüffender Zeitvertreib ist es allemal. Viel Spaß beim Rechnen!

Wann springt das Ei?

Bislang hatte ich mir noch keine genauen Gedanken über meinen Eisprung oder meine Mens im Allgemeinen gemacht. Bis auf die fiesen Migräneanfälle, die mich von Zeit zu Zeit heimsuchen, wenn ich meine Mens habe, ist auch alles im grünen Bereich. Ich habe einen recht regelmäßigen Zyklus und keine hormonellen Veränderungen durch die Pille.

Um den optimalen Zeitpunkt für die Befruchtung (Insemination) zu finden, ist es jedoch unabdingbar, den Zeitpunkt des Eisprungs zu kennen und seinen Körper ein bisschen besser kennen zu lernen. Und da wir nicht einfach während der fruchtbaren Tage auf Gut Glück ins Bett hüpfen können – also, könnten wir schon, aber das würde uns in Sachen „Babyplanung“ nicht weiter bringen – muss die Befruchtung wirklich exakt getimed sein.

Clearblue Advanced mit TouchpadAlso haben wir uns einen Ovulationstest besorgt, den Clearblue Advanced um genau zu sein. Es ist das neuste Modell unter den Fertilitätsmonitoren (Stand April 2014). Im Gegensatz zum normalen Clearblue Monitor besitzt er ein großes, farbiges Touchpad mit Kalender und Erinnerungsfunktion. Für mich als Technikfreak war das durchaus ein Kaufgrund 😉 Außerdem misst er nicht nur den LH-Wert, sondern auch noch das Hormon Östrogen – doppelt hält bekanntlich besser. Und zu guter Letzt kann man mit ihm auch noch eine mögliche Schwangerschaft feststellen. Ab sofort ist er also für 10 Tage pro Zyklus mein morgendlicher Begleiter. Vielleicht sollte ich ihm noch einen Namen geben…

Das günstigste Angebot habe ich bei Shop-Apotheke.com gefunden: Clearblue Fertilitätsmonitor Advanced im Set mit 24 Teststäbchen (20 Ovulationsteststäbchen, 4 Schwangerschaftstests) für knapp 132,00 € (mit 10% Rabattgutschein). Wenn man bedenkt, dass man ihn anschließend wieder verkaufen kann, dann geht die Investition völlig in Ordnung. Ist auch alles absolut hygienisch, der Monitor kommt nicht mit dem Urin in Berührung. Den Teststäbchen setzt man eine Kappe auf, bevor man sie in den Monitor schiebt.

Er lässt sich wirklich intuitiv und komfortabel bedienen, daher kann ich das Gerät nur jedem empfehlen, der seine fruchtbaren Tage zuverlässig bestimmen möchte. Wobei es natürlich auch jeder andere Ovulationstest tut.

Ach und nein, ich werde weder von Clearblue, noch von der Shop-Apotheke für diesen Artikel bezahlt 😉 Alles meine eigene Erfahrung und ehrliche Meinung zu dem Produkt.

Samenbank vs. privater Spender

Eigentlich war für mich (und auch für Any) schon immer klar, dass mein Weg zu einem Kind nur über eine Samenspende von der Samenbank führt. Ob Yes- oder No-Spender sei erst einmal dahin gestellt. Für mich kam es nicht in Frage, einen Freund oder Bekannten darum zu bitten oder im Internet nach einem Samenspender zu suchen. Der Hauptgrund liegt darin, dass ich eine in sich geschlossene Familie haben möchte: Meine Frau, Kind(er) und ich. Keine zusätzliche Person, die eigentlich nicht zur Familie gehört, aber irgendwie doch. Keiner, der möglicherweise Rechte an unserem Kind beanspruchen könnte.

Auch für Außenstehe ist es, denke ich, einfacher uns als Familie zu akzeptieren, wenn klar ist, dass es keine Vaterfigur gibt. Wenn es einen bekannten Erzeuger gäbe, wäre dieser auch immer in den Köpfen präsent.

Oder vielleicht doch ein bekannter Spender?

Nachdem wir uns aber seit ein paar Monaten intensiver mit dem Thema Kinderwunsch beschäftigen und von verschiedenen Konstellationen gelesen haben, mussten wir uns doch nochmal mit der Frage auseinander setzen: Samenbank oder private Samenspende? Immerhin treffen wir damit eine wichtige Entscheidung für unser Leben und das unseres Kindes, da will man hinterher nichts bereuen müssen.

Sollte es unser Kind mit einem Vater, einer männlichen Bezugsperson, einem väterlichen Freund oder wie man den bekannten Samenspender dann auch immer nennen mag, doch besser haben? Braucht es ein männliches Vorbild? Würden wir das Kind damit vor Hänseleien („Haha, du hast keinen Papa!“) schützen? Manche mögen diese Fragen anders beantworten, aber unsere Antwort lautet klar Nein.

  • Zwei Mamas: In erster Linie kommt es doch darauf an, dass das Kind in einer behüteten Umgebung aufwächst. Mit Eltern, die ihr Kind lieben. Das Geschlecht der Eltern spielt erwiesener Maßen eine zweitrangige Rolle. Daher braucht es keinen männlichen Part. Wenn das Kind von Anfang an damit aufwächst und wir als Mütter ganz selbstverständlich damit umgehen, wird es für das Kind auch das Normalste auf der Welt sein, zwei Mütter zu haben und eben keinen Vater.
  • Männliche Bezugspersonen: wird unser Kind genug haben! Es gibt zwei Opas, mehrere Onkel und Paten, zu denen wir sehr guten und viel Kontakt haben. Studien zeigen auch, dass Kinder überall einen männlichen Part finden, dem sie nacheifern können. Sei es der Erzieher im Kindergarten oder ein guter Freund im Bekanntenkreis. Das muss auch in Heterofamilien nicht zwangsläufig immer der eigene Vater sein.
  • Hänseleien: Kinder können bekanntlich gemein sein und wenn sie wollen, finden sie auch was, womit sie Gleichaltrige ärgern können. Wenn es nicht der fehlende Vater ist, dann ist es halt die „hässliche Brille“, die „fette Mutter“, die No-Name Kleidung oder es sind die geschiedenen Eltern. So ist das nun mal.

Vielleicht ist es auch die Erziehung einiger (homophoben) Eltern, die ihren Kinder nicht beibringen, dass Homosexualität was ganz Normales ist. Das ist dann aber deren Problem und nicht unseres.

Mutter, Mutter, Kind

Neben den Regenbogenfamilienblogs und -Webseiten, ist auch „Regenbogenfamilien – Ein Handbuch“ definitiv eine Pflichtlektüre. Darin stehen viele nützlich Tipps, auch wenn ich einige Erfahrungsberichte sehr negativ behaftet fand. Da ich in den 13 Jahren, in denen ich offen lesbisch lebe, noch nie direkte Diskriminierung erfahren habe (*aufholzklopf*), ist es immer etwas befremdlich. Jedenfalls haben wir darin ein schönes Zitat gefunden, das ich sehr treffend finde:

„[…]Ein Paar sollte sich überlegen, dass es mit einem bekannten Spender immer eine Person gibt, die eine Rolle spielt und möglicherweise mitredet. Es gibt eine Dimension, die nicht klar und nicht fassbar ist. So lange die rechtliche Situation nicht geklärt ist, bestehen einige Risiken. Die Homophobie, die wir selber in uns tragen, ist ein großes Problem. Dass ich das Gefühl hatte, nicht das Recht zu haben, einen anonymen Spender zu nehmen, finde ich eigentlich einen Akt der internalisierten Homophobie. Wir müssen aufpassen, nicht aufgrund dessen eine Pseudonormalität leben zu wollen. Wir Lesben dürfen natürlich Kinder haben! […]“

– Zitat einer lesbischen Mutter; aus dem Buch „Regenbogenfamilien – Ein Handbuch“ von Stephanie Gerlach.

Wenn wir als stinknormale Familie akzeptiert werden möchten, sollten wir uns als Erstes selbst so akzeptieren, wie wir sind. Als eine Familie, die aus einem gleichgeschlechtlichen Elternpaar und Kind(ern) besteht. Da muss es nicht zwangsläufig einen Vater geben.

Wenn der Mann in einer Heterobeziehung unfruchtbar ist und seine Frau durch eine künstliche Befruchtung mit Fremdsamen schwanger wird, fragt hinterher auch niemand nach dem biologischen Vater, dem Samenspender. Niemand wird auf die Idee kommen, dass es außer dem Ehemann noch einen dritten Elternteil im Leben des Kindes gibt. Genau das wünsche ich mir auch für eine lesbische Partnerschaft. Die Akzeptanz, dass unsere Regenbogenfamilie auch nur aus zwei Elternteilen und Kind(ern) besteht und der Samenspender aus den Köpfen verschwindet. Die Co-Mutter ist der zweite Elternteil – Punkt. Übrigens auch aus rechtlicher Sicht: Beim erwähnten Heteropärchen wäre das Kind in die Ehe hineingeboren worden und der Ehemann automatisch der Vater – ganz ohne Adoptionstheater. Aber das ist nochmal ein ganz anderes Thema.

Fazit

Wir sind uns nach reiflicher Überlegung, ausreichend Lektüre und studieren von Erfahrungsberichten einig, dass uns unser erstes Bauchgefühl nicht getäuscht hat. Für uns kommt nur ein Spendersamen von einer Samenbank in Frage. Was nicht heißt, dass wir andere Möglichkeiten ablehnen, absolut nicht! Nur in unserer Familie wird es eben keinen Papa geben und das ist völlig in Ordnung so.

(Foto: Willi Haimerl / pixelio.de)

Willkommen!

Yuhuu, es kann los gehen. Der erste Eintrag ist gemacht. Wir sind gespannt, was uns auf unserem Weg zur Regenbogenfamilie alles erwartet und möchten dies gerne mit euch teilen.

Wir sehen es auch als eine Art Reflexion für uns selbst. Entscheidungen, die getroffen werden müssen, werden dadurch vielleicht klarer. Es ist ein ständiger Prozess, man gründet nicht nur eine Familie, sondern entwickelt sich auch als Paar weiter. Für uns ist es jedes Mal spannend, in anderen Regenbogenfamilien-Blogs zu lesen und freuen uns immer mit, wenn der große Wunsch vom eigenen Baby Wirklichkeit geworden ist.

Auch wir möchten gerne auf unsere eigene Geschichte zurück blicken können. Daher finden wir die Vorstellung schön, wenn wir später unsere eigene Entwicklung – mit allen Höhen und Tiefen – noch einmal in digitaler Form Revue passieren lassen können.

Auf der Seite „Über uns“ könnt ihr ein bisschen was über uns erfahren. Wer wir sind und was unsere Intension für dieses Blog war.

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